Kurz gesagt: Ene Mene Miste ist im App Store, für iPhone und iPad. Die App macht aus einer Namensliste in unter zehn Sekunden zufällige, ausgewogene Teams: Namen rein, Teamanzahl wählen, mischen. Stärken, Wünsche und Ausnahmen lassen sich je Person hinterlegen und erscheinen nie am Beamer. Ene Mene Miste läuft ohne Internet und ohne Konto, zeigt keine Werbung und sammelt keine Daten.
Im Juli haben wir hier beschrieben, warum Teams-Wählen-Lassen schadet: Wenn Kinder abwechselnd wählen, sieht die ganze Gruppe eine Rangliste, und am Ende steht jemand allein. Damals haben wir ein kleines Werkzeug angekündigt, an dem wir arbeiten. Seit dem 16. August ist es im App Store. Hier steht nüchtern, was es kann und was nicht.
Ene Mene Miste ist keine Lern-App für Kinder. Es ist ein Werkzeug für die Erwachsenen, die Gruppen einteilen: Lehrkräfte, Trainerinnen, Gruppenleiter, Eltern beim Kindergeburtstag.
Wie kommt man zu Teams?
In drei Schritten.
- Namen rein. Einzeln eintippen oder eine ganze Klassenliste auf einmal einfügen. Ob die Namen untereinander oder mit Kommas getrennt stehen, erkennt die App selbst. Wer nur ausprobieren will, lädt eine Beispielliste.
- Teams festlegen. Entweder die Anzahl der Teams oder die Teamgröße. Schon vor dem Mischen zeigt eine Vorschau, was herauskommt, zum Beispiel „12 Personen → 4 Teams: 3 · 3 · 3 · 3“. Genau so wird verteilt. Machen Wünsche das rechnerisch unmöglich, sagt die App das vorher.
- Mischen. Eine Kiste rappelt, ein Abzählreim läuft, die Teams erscheinen als farbige Karten mit Namen aus einem von sechs Themen (Tiere, Snacks, Weltraum, Farben, Dinos, Märchen). Auf dem Gerät reicht auch Schütteln.

Was ist mit Stärke, Freundschaften und Störpärchen?
Dafür gibt es keine Einstellungsseite. Alles, was eine einzelne Person betrifft, öffnet sich mit einem Tipp auf ihren Namen:
- Stärke in drei Stufen („Lernt noch“, „Normal“, „Profi“). Sobald Sie eine Stärke vergeben, schaltet sich „Faire Teams“ ein, und die App gleicht die Teams danach aus.
- Immer zusammen mit … etwa für Geschwister oder ein schüchternes Kind, das eine vertraute Person braucht.
- Lieber getrennt von … für die zwei, die zusammen nur quatschen.
- Setzt aus. Die Person bleibt in der Liste, wird heute aber nicht verteilt, zum Beispiel bei Krankheit.
- Gemischte Teams. Ein Schalter verteilt Jungen und Mädchen gleichmäßig. Das Geschlecht wird nur abgefragt, wenn Sie das wollen.
Gruppen wie „Klasse 4b“ oder „Fußball Donnerstag“ lassen sich speichern und später wieder laden, samt Stärken und Verknüpfungen.
Warum erscheinen die Sterne nie am Beamer?
Weil die App oft vor der ganzen Gruppe läuft. Stärke-Einstufungen sind sensibel, und niemand soll ablesen können, dass er „nur einen Stern“ hat. Die Sterne stehen deshalb ausschließlich im Personenfenster, das Sie selbst öffnen. Auf der Übersicht, auf den Teamkarten und beim Teilen tauchen sie nicht auf. Im fairen Modus zeigt jede Teamkarte nur die Summe der Stärken. So ist sichtbar, dass ausgeglichen gemischt wurde, ohne dass eine einzelne Person bloßgestellt wird.
Das ist die Antwort auf das, was wir im Juli beschrieben haben. Wer als Kind zuletzt gewählt wurde, berichtet in einer Rückblick-Befragung von weniger Bewegung im späteren Leben (Cardinal et al., 2013). Ausgrenzung trifft Grundbedürfnisse wie Zugehörigkeit und Selbstwert (Williams, 2007). Jugendliche selbst haben in Interviews Mitgefühl mit denen gezeigt, die beim öffentlichen Wählen übrig bleiben (Barney et al., 2016). Eine App kann das Problem nicht lösen, aber sie kann vermeiden, eine neue Rangliste an die Wand zu werfen.

Und wenn das Ergebnis nicht passt?
Dann verschieben Sie einfach jemanden. Person im Ergebnis antippen, anderes Team wählen, fertig. Die Automatik schlägt vor, Sie entscheiden. Sie kennen Ihre Gruppe besser als jeder Algorithmus.
Ist alles gut, lassen sich die Teams als Text in den Klassenchat kopieren, über den Teilen-Dialog weitergeben oder als gestaltetes Bild fürs Schwarze Brett speichern. Das Bild ist immer hell, damit es im Chat und am Aushang gut lesbar ist.
Wer fängt an?
Das Abzählen vom Schulhof gibt es als eigenes Spiel. Das Wort springt von Name zu Name, wen das letzte trifft, der ist raus, bis nur noch eine Person übrig ist. Die App bringt zwanzig Abzählreime aus fünf Ländern mit, alle gesprochen. Bei manchen Reimen kommt zwischendurch die Frage nach dem Alter, und es wird so viele Schritte weitergezählt: „Raus bist du noch lange nicht, sag mir erst, wie alt du bist!“ Wer es eilig hat, nimmt das Blitzlos.
Am Beamer, im Hoch- und im Querformat
Ene Mene Miste läuft auf iPhone und iPad, im Hoch- und Querformat. Auf dem iPad stehen Namensliste und Teameinstellungen nebeneinander, die Teamkarten im Ergebnis zweispaltig. Die App folgt dem hellen oder dunklen Modus des Geräts. Für den Beamer lässt sich „Hell“ fest einstellen, weil eine dunkle Oberfläche dort oft schlecht zu lesen ist.
Die App spricht Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Chinesisch, und zwar nicht nur übersetzt: Jede Sprache hat ihre eigenen Reime, die Kinder dort wirklich aufsagen, und eigene Teamnamen.
Was Ene Mene Miste bewusst nicht tut
- Kein Internet, kein Konto. Die App braucht kein Netz. Namen und Listen bleiben auf dem Gerät.
- Keine Werbung, keine Datensammlung. Die App sendet nichts. Sie läuft vor Kindern, da gehört Werbung nicht hin.
- Keine Bewertung am Beamer. Stärken bleiben privat, siehe oben.
- Kein Ersatz für Ihr Urteil. Die App mischt. Ob eine Gruppe zusammenpasst, entscheiden Sie.
Was Sie auch ohne App tun können
Die Wege aus dem Beitrag vom Juli funktionieren weiter: abzählen, Karten ziehen, nach Geburtsmonat sortieren oder die Teams vorher festlegen. Wichtig ist bei allen dasselbe: Niemand wird vor der Gruppe eingeordnet. Die App spart vor allem Zeit, wenn Sie Wünsche und Ausnahmen berücksichtigen wollen, und sie hat die Klassenliste schon gespeichert.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Konto oder Internet? Nein. Ene Mene Miste funktioniert vollständig offline und ohne Anmeldung. Alle Namen bleiben auf Ihrem Gerät.
Können Schülerinnen und Schüler ihre Stärke-Einstufung sehen? Nur, wenn jemand das Personenfenster auf Ihrem Gerät öffnet. Auf der Übersicht, den Teamkarten, am Beamer und beim Teilen erscheint keine Einstufung einer einzelnen Person, im fairen Modus nur die Summe je Team.
Gibt es Ene Mene Miste für Android? Zum Start gibt es die App im App Store für iPhone und iPad.
Für wen ist die App gedacht? Für alle, die Gruppen einteilen: in der Schule, im Sportverein, im Workshop, beim Spieleabend oder auf dem Kindergeburtstag.
Mehr zur App finden Sie auf der Seite zu Ene Mene Miste.
Quellen
- Barney, D., Prusak, K. A., Beddoes, Z. & Eggett, D. (2016). Picking teams: Motivational effects of team selection strategies in physical education. The Physical Educator, 73(2). https://doi.org/10.18666/TPE-2016-V73-I2-6212
- Cardinal, B. J., Yan, Z. & Cardinal, M. K. (2013). Negative experiences in physical education and sport: How much do they affect physical activity participation later in life? Journal of Physical Education, Recreation & Dance, 84(3), 49–53. https://doi.org/10.1080/07303084.2013.767736
- Williams, K. D. (2007). Ostracism. Annual Review of Psychology, 58, 425–452. https://doi.org/10.1146/annurev.psych.58.110405.085641
Lernwunder-Redaktion · Chaolan Lu
